Listig, aber nicht ehrlich – Olympiabewerbung kann nicht unterstützt werden

Zum Antrag der schleswig-holsteinischen Regierungskoalition, der CDU und FDP, die Olympiabewerbung Hamburgs und Kiels zu unterstützen, sagt der sportpolitische Sprecher der Piratenfraktion, Wolfgang Dudda:

„Diese Bewerbung darf keine Unterstützung finden, solange keine ehrlichen Finanzierungskonzepte auf dem Tisch liegen auf deren Grundlage die Menschen in den beiden nördlichsten Bundesländern darüber abstimmen können“, so Dudda.

Der Pirat bezieht sich mit dieser Einschätzung auf ein Positionspapier Hamburger Wissenschaftler zur Bewerbung um Olympische und Paralympische Sommerspiele 2024, das zu dem Schluss kommt, dass es nicht nur an einer ergebnisoffenen Abwägung der Argumente mangelt, sondern dass sich die Planungsszenarien auf unklare Daten beziehen und das Finanzierungskonzept in sich nicht schlüssig, nachvollziehbar und plausibel ist. Vor diesem Hintergrund fordern die Wissenschaftler den Senat auf, zu den Risiken transparent Stellung zu nehmen und den Menschen eine aufrichtige Entscheidungsgrundlage zu liefern.

Wolfgang Dudda: „Die Forderung der Hamburger Wissenschaftler formuliert eine Selbstverständlichkeit. Dass wir diese immer wieder neu formulieren müssen zeigt, dass führende Politiker, welche die Olympiabewerbung vorantreiben, an einer ehrlichen Analyse ebensowenig Interesse haben wie an den Olympischen Spielen selbst.“

Hamburgs regierender Bürgermeister Olaf Scholz hat im Tagesspiegel vor fast genau einem Jahr (21.10.2014) gesagt, dass „auch für Hamburg die Spiele ein wichtiger Beitrag“ wären, „die Stadt entlang ihrer Wasserstraßen ostwärts und über die Elbe südwärts weiterzuentwickeln. Wir könnten das, was wir ohnehin planen, beschleunigen.“

„Damit ist die Olympiabewerbung aus Hamburg das listigste Stadtentwicklungsprogramm ever, hat aber mit dem sportlichen Geist nichts zu tun.“, kritisiert Wolfgang Dudda die falschen Beweggründe. Unehrlich, unseriös und unredlich sei das, was den Menschen bislang präsentiert wird. Das findet bei PIRATEN keine Unterstützung.

, , , , , , 1 Kommentar

1 Kommentar

  • 1
    Andreas
    16. Oktober 2015 um 18:44

    Unehrlich ist ein hartes Wort und man sollte sich gut überlegen, in welchem Zusammenhang man es verwendet. Anderen Unehrlichkeit vorzuwerfen kann schnell auf einen selbst zurückfallen. Zudem halte ich es für einen schlechten politischen Stil, einfach nur drauf zu hauen.

    Ich finde es sogar ehrlich zu sagen, dass bestimmte Stadtenwicklungsvorhaben unter dem Einfluss von Olympia schneller vorangehen würden als ohne. Dies zu verschweigen oder gar zu leugnen wäre doch viel unehrlicher.

    Wobei ich die Kritik an solchen Aussagen generell nachvollziehen kann. Dass Hamburg etwa die von der EU gemachten Vorgaben zur Luftreinhaltung bis zum Start von Olympia in 2024 erreichen möchte klingt tatsächlich so, als würde saubere Luft nur wichtig sein, um das Image der Stadt aufzupolieren. Tatsächlich sollte man das Ziel doch aber deshalb erreichen wollen, weil es für die Gesundheit der Bürger ganz entscheidend ist. Weil saubere Luft für Lebensqualität steht.

    Also nennt die Dinge doch bitte schlicht beim Namen, als bloß stumpf von „Unehrlichkeit“ zu sprechen. Das ist allemal überzeugender als aggressive Schuldzuweisungen. Die drücken zudem viel eher aus, dass Ihr Euch nicht richtig auskennt und Euch deshalb nichts besseres einfällt, als einfach mal drauf zu hauen.

    Das nur mal so nebenbei. (Stichwort „Politikerverdrossenheit“)